EU: Windows mit alternativen Browsern?

IT-Compliance

Nach langen gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Microsoft und der EU, zeigt Microsoft sich nun endlich bereit, Windows für den europäischen Markt so zu gestalten, dass die Nutzer eine automatische...

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Nach langen gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Microsoft und der EU, zeigt Microsoft sich nun endlich bereit, Windows für den europäischen Markt so zu gestalten, dass die Nutzer eine automatische Installation eines Alternativ-Browsers zu Microsoft Internet Explorer angeboten bekommen. Mit diesem Vorschlag überraschte Microsoft die EU-Kommission am Freitag. Die Zuständigen Behörden werden dieses Angebot nun einer Prüfung unterziehen.

Die Inhalte des Angebots: Alle Windowsnutzer sollen nach Angaben von Microsoft die Möglichkeit haben ein Windowsupdate zu laden, welches dann über eine Internetbasierte Maske abfragt, ob ein neuer Browser heruntergeladen werden soll. Hierzu soll eine Liste mit möglichen Alternativen angezeigt werden, aus welcher die Nutzer dann einen Browser auswählen können.  Dieser Browser kann dann nach der Installation als Standardbrowser eingestellt werden. Zudem soll es nun auch die Möglichkeit geben den Microsoft Internet Explorer ganz zu deaktivieren, was vorher nicht oder nur erschwert möglich war. Dieses soll auch Händler von PCs bei der Vorinstallation von Windows möglich sein.

Das Angebot umfasst ausschließlich den europäischen Raum. Das bisherige Angebot von Microsoft bestand darin, dass das neue Windows 7 ganz ohne Browser ausgeliefert wird. Dieses lehnten die EU-Behörden ab.

Bei dem neuen Windows soll nun, nach dem Vorschlag von Freitag, der Internet Explorer zwar als Standard vorinstalliert sein, der Nutzer aber die Möglichkeit haben bei der Erstinbetriebnahme einen anderen Browser aus einer Liste zu wählen, den Internet Explorer zu deaktivieren und den anderen Browser als Standard zu nutzen. Im Falle einer Annahme des Vorschlags von Microsoft durch die EU-Kommission, wird Microsoft, so eigenen Angaben zu folge, Windows 7 in Europa mit den selben Funktionen ausliefern, wie in allen anderen Zielländern.
Hintergrund zum Streit: Seit Jahren wird Microsoft vorgeworfen, dass die nichtvorhandene Auswahl von alternativen Browsern beim Windowsbetriebssystem und die Koppelung des Internet Explorers mit Windows, eine Behinderung des freien Wettbewerbs darstelle. Die EU-Kommission versucht in einem, auch derzeit noch laufenden Verfahren, zu erreichen, dass Windows mit mehreren, alternativ Verwendbaren Internetbrowsern ausgeliefert wird.
Das Verfahren wurde auf Grund einer Klage des Browserherstellers Opera ins Leben gerufen. Das Unternehmen sah in der Koppelung von Windows an den Internet Explorer eine ungerechtfertigte Monopolstellung von Microsoft auf dem Browsermarkt. Google hatte sich dann der Beschwerde von Opera angeschlossen. Microsoft zeigte sich in diesem Streit am Freitag nur aus dem Grund kooperativ, dass das Unternehmen von der EU das Absehen von möglichen Strafen aus diesem Verfahren erreichen möchte.  Aus dem Verfahren drohen Microsoft bislang hohe Bußgeloder und ggf. weitere Sanktionen.

Das hohe Interesse des Konzerns an der Einstellung dieser Verhandlung mag damit begründet werden, dass bereits aus früheren Verfahren, Strafgelder in Höhe von ca. 1,7 Milliarden Euro geschuldet werden.

Links:Bericht bei Chip.de

Wichtig für den IT-Unternehmer:

Wenn Microsoft und die EU-Kommission tatsächlich eine Einigung erzielen sollten, ergeben sich aus der neuen Gestaltung von Windows diverse Möglichkeiten für Anbieter von browserbasierter Software.
Diverse Anwendungen, die bislang speziell für den Internetexplorer angepasst werden mussten, können nun auch auf anderen Systemen aufgebaut werden.

Auch Händler von PCs haben nun die freie Wahl mit Browserherstellern ggf. Einigungen bzgl. eines festen „Partnerbrowsers“ zu schließen.

Vor allem Browserhersteller können dann von der Freischaltung von Windows profitieren.
Eine komplette Deaktivierungsmöglichkeit von Microsoft Internet Explorer kann ebenfalls zu Vorteilen im Clientmanagement führen, da komplette PC-Infrastrukturen mit sichereren und Anwenderfreundlichen Browsern ausgestattet werden können.

 

 

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